Gute Kritik für Schweizer Dokumentarfilme in Paris

03.03.2006

Am 1. März 2006 ist „Maria Bethânia, música e perfume“ von Georges Gachot, das Filmportrait der berühmten brasilianischen Sängerin, unter Beifall der Presse in den Pariser Kinos angelaufen. Im Januar bereits haben „Katzenball“ von Veronika Minder und „Coca: Die Taube aus Tschetschenien“ von Eric Bergkraut ein positives Medienecho ausgelöst. Der am 22. Februar in der französischen Hauptstadt gestartete und von der Schweiz mitproduzierte Film „Massaker“ von Monika Borgmann, Lokman Slim und Hermann Theissen stiess ebenfalls auf Beachtung. Auch „L’accord – Un plan de paix né à Genève“ von Nicolas Wadimoff und Béatrice Guelpa, der fünfte Schweizer Dokumentarfilm, welcher innerhalb von nur zwei Monaten auf den Pariser Leinwänden zu sehen ist, rechnet mit einem guten Echo (Kinostart am 15. März, Verleih: Solaris Distribution).
Im Kulturmagazin “Les Inrockuptibles“ lobt Richard Robert „Maria Bethânia, música e perfume“ (Verleih: Les Films du Paradoxe) in höchsten Tönen: „Die schicksalshafte Schönheit aller Akteure dieser Geschichte gibt dazu Anlass, „Música e perfume“ definitiv unter den besten Dokumentarfilmen über Musik der letzten Jahre einzuordnen“. Mathilde Blottière in der kulturellen Wochenzeitschrift Télérama hält ihrerseits lobend fest: „In diesem Dokumentarfilm, der sich zwischen Portrait und Musikfilm bewegt, hat der Regisseur versucht, der Stimme Leben zu verleihen. Eine durchaus gelungene Herausforderung, welche uns mit einem fluiden Schnitt in die Intimität der Sängerin und ihrer Musiker eintaucht“. Über den Film „Katzenball“ (Verleih: Epicentre Films), der die Geschichte der lesbischen Liebe in der Schweiz beleuchtet, schreibt Benjamin Mallet in der Kinozeitschrift „Première“: „Als elegantes Patchwork von Filmausschnitten, Fernsehsendungen und Chansons, fängt der Film die Erinnerungen an die ersten Begegnungen und der Selbstakzeptierung ein“. Die Tageszeitung „Le Monde“ unter der Feder des Kritikers Jacques Mandelbaum hält dazu fest: „Wenngleich dieser lange Kampf (um ihre Anerkennung) es verdient hätte, vermehrt in eine soziologische und politische Perspektive gestellt zu werden, bleibt der Film ein abwechselnd ernstes und einfühlsames Portrait fünf starker Frauen, welche diese Aussage verkörpern“. Thomas Sotinel, ebenfalls Kritiker in „Le Monde“, unterstreicht zum Film „Coca: Die Taube aus Tschetschenien“ (Verleih: K Films): „Der Dokumentarfilm von Eric Bergkraut ist eine solide journalistische Arbeit, welcher zum einen den unermesslichen Mut seiner Heldin (und dieses Wort nimmt seinen ganzen Sinn an) und zum anderen die Hindernisse beschreibt, auf welche sie stösst“. „Als Portrait einer aussergewöhnlichen Frau“, begrüsst Jérémie Couston den Film in „Télérama“ „denunziert dieser engagierte Dokumentarfilm, der von einer seltenen Stringenz ist, die unerträgliche Trägheit der europäischen Demokratien“. Kontrovers ist der Film „Massaker“ (Verleih: Zootrope Films) von den Filmkritikern aufgenommen worden: François Bégaudeau in den „Cahiers du cinéma“ wie auch Jacques Mandelbaum in „Le Monde“ setzen sich in längeren Abhandlungen sehr kritisch mit dem im Film gewählten Interviewmaterial – die Zeugenaussagen der Mörder von Sabra und Chatila – auseinander.

Zürich, 3. März 2006

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