Schweizer Filmpreis 2020: Ehrenpreis für Markus Imhoof

Im Rahmen des Schweizer Filmpreises geht der diesjährige Ehrenpreis des Schweizer Films an Markus Imhoof. Die Auszeichnung würdigt das herausragende Lebenswerk und Engagement des Regisseurs. Nachdem die Verleihung des Schweizer Filmpreises 2020 im März abgesagt werden musste, wird der Ehrenpreis während der Nacht der Nominationen im Rahmen der Solothurner Filmtage 2021 überreicht.

01.07.2020

Im Rahmen des Schweizer Filmpreises geht der diesjährige Ehrenpreis des Schweizer Films an Markus Imhoof. Die Auszeichnung würdigt das herausragende Lebenswerk und Engagement des Regisseurs. Nachdem die Verleihung des Schweizer Filmpreises 2020 im März abgesagt werden musste, wird der Ehrenpreis während der Nacht der Nominationen im Rahmen der Solothurner Filmtage 2021 überreicht.

Markus Imhoof hat mit seinen Filmen Schweizer Filmgeschichte geschrieben. Seine fortwährende «Suche nach Menschlichkeit», die «das politische Ganze mit dem Persönlichen verbindet», bezeichnet die Nominierungskommission als seinen herausragenden Verdienst. Das Bundesamt für Kultur (BAK) verleiht ihm dafür den mit 30 000 Franken dotierten Ehrenpreis im Rahmen des Schweizer Filmpreises 2020.

1941 in Winterthur geboren, studierte Markus Imhoof an der Universität Zürich Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte. 1966 arbeitete er als Assistent von Leopold Lindtberg, besuchte anschliessend den Filmarbeiterkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich und schlug damit endgültig eine Laufbahn als Filmregisseur und Drehbuchautor ein. Darüber hinaus war er Mitbegründer von Produktionsfirmen, Gastdozent an verschiedenen Hochschulen und Mitglied der Eidgenössischen Filmkommission.

Imhoofs Filme schaffen Empathie und fordern ein Um- und Nachdenken

In den vergangenen sechs Jahrzehnten prägte Markus Imhoof den Schweizer Film entscheidend mit. Seine Filme decken auf, schaffen Empathie und fordern zum Nach- und Umdenken auf. Der Gefängnisfilm RONDO (1968) wurde von der Justizdirektion des Kantons Zürich verboten und blieb bis 1976 unter Verschluss. Mit Einfühlungsvermögen porträtiert der Oscar nominierte Spielfilm DAS BOOT IST VOLL (1981) das Schicksal Geflüchteter während des Zweiten Weltkriegs im Schweizer Exil. MORE THAN HONEY (2012) berührte ein internationales Publikum, erhielt unter anderem den Schweizer, österreichischen und deutschen Filmpreis als Bester Dokumentarfilm und ist international der bisher erfolgreichste Schweizer Dokumentarfilm. 2018 setzte sich Markus Imhoof in ELDORADO erneut mit den Folgen einer restriktiven Asylpolitik auseinander: «One of the most moving statements to have been made thus far on the refugee crisis in the Mediterranean», schrieb Screen Daily in seiner Kritik. Der Film feierte an der Berlinale 2018 Weltpremiere und ging anschliessend als Schweizer Kandidat für den internationalen Oscar ins Rennen. Die weltweite Aufmerksamkeit und die zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen zeugen von der Dringlichkeit seiner Filme.

Verleihung des Ehrenpreises verschoben

Die ursprünglich im März vorgesehene Verleihung des Schweizer Filmpreises 2020 findet infolge der COVID-19-Pandemie in diesem Jahr nicht statt. Die Übergabe des Ehrenpreises und die Würdigung Markus Imhoofs erfolgen an der Nacht der Nominationen des Schweizer Filmpreises in Solothurn 2021.

BAK/SWISS FILMS

Mehr Informationen über Markus Imhoof: 

Website Markus Imhoof
www.schweizerkulturpreise.ch/ehrenpreis-2020

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