Innovative Filmauswertung in Peru: SWISS FILMS mit dabei

09.10.2007

Fünfundzwanzig Schweizer Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme touren in der Zeit vom 1. November bis 9. Dezember 2007 in Peru. Grupo Chaski, ein 1982 gegründeter peruanischer Verein, hat mit sogenannten „micro-cines“ ein digitales Vertriebsnetz aufgebaut und ermöglicht damit der Bevölkerung am Rande der Hauptstadt und auf dem Lande ein Kinoerlebnis. Die Schweizer Filmpromotionsagentur SWISS FILMS beschreitet mit dieser Filmauswertung neue Wege und zeigt das Filmprogramm „Pastores, amantes y sueños“. Die Schweizer Filmemacher Georges Gachot, Claudia Lorenz und Vincent Pluss werden vor Ort sein.
Die Vorführungen in den „micro-cines“ stellen ausserhalb der Hauptstadt Lima die einzige Möglichkeit dar, Filme auf Grossleinwand zu sehen. Kinos sind in Peru mit wenigen Ausnahmen in den privilegierten Quartieren Limas lokalisiert (31 von 34). Der in Peru ansässige Schweizer Produzent Stefan Kaspar ist Mitbegründer des Vereins Grupo Chaski und hat den Aufbau dieses alternativen Filmvertriebsnetzes mitinitiiert. Die „micro-cines“ sind selbsttragende, digitale Kinos, dezentral verteilt über weite Teile des Landes und zeigen peruanische, lateinamerikanische oder europäische Filme.



Und so funktioniert es: Die Schweizer Produzent/innen stellen ihre Filme zu einem reduzierten Tarif zur Verfügung. SWISS FILMS hat von den Filmen, die nicht digital verfügbar waren oder von welchen keine spanisch untertitelte Versionen bestehen, entsprechendes Material herstellen lassen. Grupo Chaski wiederum bringt die Mittel auf, um nach Bedarf voice-over Versionen in Spanisch oder Quechua vorzubereiten, die live eingesprochen werden. Die Einnahmen durch den Kinoeintritt – ca. 1 Dollar pro Zuschauer – werden zwischen Rechteinhaber und Vorführstelle geteilt. Der Kinoeintritt entspricht dem Preis für eine DVD auf dem Schwarzmarkt. Das macht die „micro-cines“ konkurrenzfähig.



Grupo Chaski ist seit mehreren Jahren aktiv und eines von fünf Projekten, die aus einem landesweiten Wettbewerb hervorgegangen sind und seitens McKinsey und Ashoka, einer staatlichen Kulturorganisation, längerfristig in ihrem Projekt beraten werden. Ziel ist, bis 2014 ein selbsttragendes Netz von digitalen Kinoanbietern aufzubauen, welches die filmische Vielfalt reflektiert und sich nicht auf den Major-Markt beschränkt.



Die digitale Tournee von Schweizer Filmen in Peru entspricht in idealer Weise dem Anliegen von SWISS FILMS, Schweizer Filme breit zugänglich zu machen, und trägt zur Weiterentwicklung einer innovativen und wegweisenden Kulturinitiative bei.




Filmprogramm



Spielfilme:

Mein Name ist Eugen (2005) Michael Steiner

Im Nordwind (2004) Bettina Oberli

Tout un hiver sans feu (2004) Greg Zglinski

Wenn der Richtige kommt (2003) Oliver Paulus, Stefan Hillebrand

Des épaules solides (2002) Ursula Meier

On dirait le Sud (2002) Vincent Pluss

Utopia Blues (2001) Stefan Haupt

Heidi (2001) Markus Imboden



Dokumentarfilme:

Mais im Bundeshuus (2003) Jean-Stéphane Bron

Martha Argerich, Conversation nocturne (2003) Georges Gachot

Hirtenreise ins dritte Jahrtausend (2002) Erich Langjahr

Pas les flics, pas les noirs, pas les blancs (2002) Ursula Meier

War Photographer (2001) Christian Frei



Kurzfilme:

Banquise (2005) Claude Barras, Cédric Louis

Chyenne (2004) Alexander Meier

Herr Würfel (2004) Rafael Sommerhalder

Hoi Maya (2004) Claudia Lorenz

L’homme sans ombre (2004) Georges Schwizgebel

Restored Weekend (2004) Gerd Gockell, Kirsten Winter

L’escalier (2003) Frédéric Mermoud

Meyers (2003) Steven Hayes

Exit (2002) Benjamin Kempf

Nosfératu Tango (2002) Zoltán Horváth

Schenglet (2002) Laurent Nègre

Soufflé (2002) Elena Rutman




Zürich, 9. Oktober 2007
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