Schweizer Filmpreis 2026

Der Ehrenpreis geht an Villi Hermann

24.02.2026

Villi Hermann wird mit dem Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises 2026 ausgezeichnet. Mit seiner Karriere, die er seit über fünfzig Jahren und bis heute mit grossem Mut, gesellschaftlichem Engagement und künstlerischer Finesse verfolgt, ist er zu einer Referenz im Schweizer Filmschaffen (nicht nur) in italienischer Sprache geworden.

Angetrieben von seinem starken Sinn für soziale Fragen, hat Villi Hermann seine Laufbahn in den 1970er-Jahren mit Filmen begonnen, in denen sich Dokumentation und Fiktion vermischen. Sein erster Langfilm «San Gottardo» von 1977 wurde an den Filmfestspielen von Cannes in der Sektion «L’Air du temps» gezeigt und gewann den Silbernen Leoparden des Filmfestivals Locarno.

Mit international besetzten Werken wie «Matlosa» (1981), «Innocenza» (1986) und «Bankomatt» (1989) war Villi Hermann in den 1980er-Jahren die Stimme der Schweiz und ihrer Gemeinschaften an den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, an der Berlinale und an anderen grossen Festivals weltweit.

Dieser erste Teil seiner Karriere im Zeichen von Leidenschaft, Gründlichkeit und dem Wunsch, von der Marginalisierung zu erzählen, machte ihn zum international anerkannten Filmemacher und zur Referenz für den Schweizer und besonders den Tessiner Film.

Als er 1981 seine Produktionsfirma Imagofilm Lugano gründete, widmete sich Villi Hermann seinen eigenen Filmprojekten, verfolgte gleichzeitig immer stärker die Förderung junger Talente und begründete eine wachsende Gemeinschaft von lokalen Filmschaffenden.

Villi Hermann setzt sich für Filmproduktionen des Tessiner Nachwuchses – zum Beispiel von Alberto Meroni, Erik Bernasconi, Niccolò Castelli oder Francesco Rizzi – ein und trägt damit seit Ende der 2000er-Jahre entscheidend zur Entstehung einer «neuen Welle» des Tessiner Films bei.

Dank seiner Begleitung und Unterstützung sind neue Generationen des Filmhandwerks herangewachsen, die Geschichten aus dem Tessin hochstehend, originell und mit kulturellem Bewusstsein auf die grosse Leinwand und den kleinen Bildschirm bringen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Produzentin Michela Pini sowie viele weitere Filmschaffende aus Regie, Technik und Art Direction: ein Schaffen, das nicht nur aus Filmen, sondern aus Gemeinschaft und einer Zukunftsvision besteht.

Der Ehrenpreis für Villi Hermann würdigt das Werk eines bedeutenden Filmemachers und die Kraft eines Menschen, der – konsequent und grosszügig – ein kulturelles Ökosystem geschaffen, den italienischsprachigen Schweizer Film gestärkt und dessen eigenständige Identität in der in- und ausländischen Filmlandschaft mitdefiniert hat.

 

Text: Medienmitteilung Bundesamt für Kultur (BAK) 

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